Start des INNO-KOM-Forschungsprojekts INNO-SCREW

Aufbau eines Innovationszentrums für intelligentes Qualitätsmanagement in der Schraubtechnik

Posted by RIF e.V. on January 01, 2025 · 2 mins read

Am RIF Institut für Forschung und Transfer e.V. in Dortmund entsteht mit INNO-SCREW ein neues Innovationszentrum für intelligentes Qualitätsmanagement in industriellen Verschraubungsprozessen. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen der INNO-KOM durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) mit Projektträger Euronorm.

Bedeutung von Schraubverbindungen

Schraubverbindungen sind elementar für die Industrie, ob im Maschinenbau, in der Automobilproduktion oder in der Elektrotechnik. Fehlerhafte Verschraubungen führen nicht nur zu Ausschuss, sondern können auch Rückrufaktionen, Produktionsstillstände oder Sicherheitsrisiken verursachen.

Um dies zu verhindern, greifen Unternehmen bislang meist auf klassische Qualitätsmethoden wie die statistische Prozesskontrolle zurück. Diese Verfahren arbeiten mit festen Grenzwerten und benötigen stabile Prozesse. Sie erkennen Abweichungen zuverlässig, solange diese regelmäßig auftreten und klar messbar sind.

In modernen Produktionsumgebungen mit vielen Varianten, kleinen Stückzahlen und steigender Komplexität stoßen sie jedoch an ihre Grenzen. Seltene oder neue Fehlerbilder bleiben oft unerkannt.

Ansatz von INNO-SCREW

Hier setzt INNO-SCREW an. Mit Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) werden große Mengen an Prozessdaten ausgewertet. Muster lassen sich automatisch erkennen und Abweichungen frühzeitig sichtbar machen, auch wenn sie bisher unbekannt sind.

Im Unterschied zu klassischen Ansätzen kann KI lernen und sich an veränderte Bedingungen anpassen. So entsteht eine Qualitätssicherung, die mit der Dynamik moderner Produktion Schritt hält.

Drei Teilziele des Innovationszentrums

Der Aufbau des Innovationszentrums folgt drei klaren Teilzielen:

  1. Anbindung fünf verschiedener Schraubstationen als Datenlieferanten, um reale Prozessdaten zu erzeugen.
  2. Veröffentlichung umfangreicher Datensätze, die sowohl in Forschung als auch Industrie die Entwicklung neuer Ansätze ermöglichen.
  3. Kompetenzaufbau in der Schraubtechnik, um Wissen langfristig zu sichern und das Zentrum als zentrale Anlaufstelle zu etablieren.

Diese drei Teilziele greifen ineinander und bilden die Grundlage für den Aufbau einer Infrastruktur, die neue Qualitätslösungen ermöglicht, Ressourcen spart und die Region Ruhrgebiet als Standort für innovative Produktionstechnologien stärkt.

Ausblick

Wir freuen uns auf die kommenden Projektjahre und den Aufbau des Innovationszentrums. Unternehmen, die sich einbringen möchten, sind herzlich eingeladen, Kontakt aufzunehmen. Willkommen sind produzierende Betriebe mit Interesse an neuen Qualitätssicherungsmethoden, Hersteller von Schraubanlagen sowie Softwareanbieter, die KI-gestützte Lösungen für die Qualitätssicherung entwickeln. Gemeinsam soll ein starkes Netzwerk entstehen, das Forschung und Praxis verbindet.